Plastik in aller Munde!!!

Großes Plastikvermeidungs-Projekt in der Grundschule Puchheim-Süd in Kooperation mit der BN-Kreisgruppe und dem Agenda 21-Büro FFB

17.03.2016

Großes Plastikvermeidungs-Projekt in der Grundschule Puchheim-Süd in Kooperation mit der BN-Kreisgruppe und dem Agenda 21-Büro FFB

Die Umweltbildnerinnen der Kreisgruppe, Holde Tietze-Härtl und Anke Simon, arbeiten seit 2012 als externe Fachkräfte in 9 Ganztagsklassen der Grundschule Puchheim Süd. Durch den wöchentlichen Umweltbildungsunterricht war es der Schule 2015 möglich sich als“ Umweltschule in Europa /Internationale Agenda 21 – Schule“ zu zertifizieren. Diese Auszeichnung gilt für 1 Jahr.  Im Schuljahr 2015/2016  wurden  die 2 Themenfelder: „Plastik vermeiden“ und „Essbare Schule“ für eine weitere Bewerbung ausgesucht.

Nach den Faschingsferien begann die Schule das Projekt „Plastik vermeiden„ mit einer großen Ramadama-Woche, in der der Schulhof und die angrenzenden Flächen vom Müll befreit wurden. Dieser gesammelte Müll wurde dann gemeinsam  sortiert und die Plastikanteile auf Art und Verwendungszweck untersucht. Jede Klasse nahm auch am Anfang der Aktion ein gemeinsames Frühstück ein und besprach anschließend die unterschiedlichen Verpackungen und den anfallenden Müll. Der gesamte Plastikmüll der ganzen Schule wird über 4 Wochen gesammelt und in einem Stahlbehälter vor dem Haupteingang ausgestellt. In 22 Sprachen steht dort „Plastikmüll“ angeschrieben, für alle Eltern sichtbar! Jede Klasse wiegt zudem wöchentlich ihren Plastikmüll im Klassenzimmer. Die Klasse mit der geringsten Menge bekommt kurz vor den Osterferien einen Preis verliehen. Eine Andacht zum Thema „Schöpfung schützen und bewahren“, die Aufführung eines Plastik-Raps und eines Müllsongs mit Hilfe von Plastikflaschen, werden die Verleihung abrunden.

Mit dem gesammelten Plastik schafft Herr Niosi, ein Puchheimer Künstler, mit den Schülern zusammen Kunstwerke aus Müll, die dann in der Schule ausgestellt werden.

In der zweiten Woche deckten die Schüler mit Frau Tietze-Härtl und Frau Simon einen Frühstückstisch mit Gegenständen aus Plastik und einen Tisch mit den entsprechenden Dingen, aus z.B. Porzellan, Glas, Papier…. Hier würde den Kindern schnell bewusst, dass man viele Dinge des täglichen Lebens auch ohne Plastikverpackung kaufen kann, z.B. Joghurt, Milch und Sahne aus Glasbehältern.

Aus welchen Grundstoffen Plastik besteht, welche Gefahren bei der Herstellung entstehen und welche Alternativen es zu Plastik gibt, können die Schüler aus der Ausstellung „Plastik Fasten“ der BN Ortsgruppe Gröbenzell erarbeiten, die in der Schulaula ausgestellt ist.

Parallel dazu fand ein Plastik-Projekt des Agenda 21-Büro unter Leitung von Frau Traxel in den Regelklassen statt. Da die Schule Pilotschule war, übernahm Leiterin Frau Michaela Bock die Kosten, wofür wir uns herzlich bedanken möchten.

Die Schüler der Klasse 2d errichteten dann noch einen Müllfriedhof auf dem Schulgelände, in dem verschiedenste Plastikarten und andere Stoffe (Alupapier, Baumwollsocken, Skihandschuh, Kartoffel…) eingegraben wurden. Vor den Sommerferien werden die Kinder dann erforschen, welche Materialien sich in welchem Zersetzungszustand befinden und wie lange es dauert, bis Plastik komplett abgebaut ist.

In den nächsten Wochen wird das Thema „Plastik in den Meeren“ eine wichtige Rolle spielen. Durch das Sortieren des Schulmülls zeigte sich den Kindern auch, wie viele Lebensmittel in den Mülleimern liegen. Eingepackte Brote, ganze Äpfel und fast volle Schokodrinks aufgereiht auf dem Schulhof, sorgten für nachdenkliche Mienen und oft auch für ein schlechtes Gewissen. Dieses Thema wird im Zuge  des nächsten großen Handlungsfeldes „Essbare Schule“ eingehend unter die Lupe genommen.

Aus Erzählungen der Schüler konnten die Umweltbildnerinnen schon erste Erfolge der Bewusstseinsbildung erkennen. Kinder sind nicht zu unterschätzende Multiplikatoren, die mit den Eltern einkaufen gehen und durchaus einen positiven Einfluss auf die Kaufentscheidung der Eltern haben können.

Text & Fotos: Anke Simon und Holde Tietze-Härtl