UNSERE ARTEN- UND BIOTOPSCHUTZARBEIT

Amphibienschutzmaßnahmen vor Ort

Die Amphibienbestände Bayerns sind anhaltend rückläufig. Immer mehr Arten geraten in die Rote Liste gefährdeter Tiere. Der Bund Naturschutz (BN) hat deshalb Amphibienschutzaktionen an Straßen zu einem Herzstück des Artenschutzes gemacht. Dieser Einsatz rettet bayernweit jedes Jahr ca. eine halbe Million Kröten, Frösche und Molche vor dem Straßentod. Hunderte von Amphibienwanderstrecken gilt es zu betreuen und ungezählte Laichgewässer brauchen Schutz.

Aus diesem Grund führt auch der Bund Naturschutz der Kreisgruppe Fürstenfeldbruck seit Jahren im Zeitraum von Ende Februar bis Mitte April im Landkreis verschiedene Amphibienschutzmaßnamen durch. Hierfür werden an Straßen, die traditionelle Wanderwege von Lurchen queren, Amphibienschutzzäune, Amphibientunnels und Straßensperren errichtet. Somit werden von unseren Helfern der einzelnen Ortsgruppen jährlich tausende von Amphibien vor dem Überfahren gerettet. Der jährliche Arbeitsaufwand für unsere Amphibienschutzmaßnahmen schwankt zwischen 400 bis 600 Stunden.

Unsere Amphibienschutzmaßnahmen sind dringend erforderlich, um die Populationen der Erdkröten, Grasfrösche sowie Berg- und Teichmolche im Landkreis zu erhalten und sind ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz.

Wir haben Ihnen Kartenausschnitte in einem PDF-Dokument zusammengestellt, aus denen ersichtlich wird, wo unsere Kreisgruppe im Landkreis Fürstenfeldbruck Amphibienschutzmaßnahmen durchführt. Dieses Dokument können Sie sich hier herunterladen . . .

  1. Verbindungsstraße Alling - Abzweigung Römerstraße Richtung Gilching
    (Gde. Alling; Betreuung durch BN-Ortsgruppe Eichenau-Alling)
  2. Ortsstraße Dötelbauer
    (Gde. Alling; Betreuung durch BN-Ortsgruppe Eichenau-Alling)
  3. Bahnhofstraße in Grafrath
    (Gde. Grafrath; Betreuung durch BN-Ortsgruppe Grafrath-Schöngeising)
  4. Kreisstraße FFB 7 Mauern - Schöngeising
    (Gde. Grafrath; Betreuung durch BN-Ortsgruppe Grafrath-Schöngeising)
  5. Nassenhausener Straße bei Selmayr-Gruben
    (Gde. Mammendorf; Betreuung durch BN-Ortsgruppe Mammendorf)
  6. Ortsverbindungsstraße bei Galgen
    (Gde. Mammendorf; Betreuung durch BN-Ortsgruppe Mammendorf)
  7. Rad- und Feldweg bei den Weihern am Sportgelände (Bürgermeister-Ertl-Str.)
    (Gde. Puchheim; Betreuung durch die BN-Ortsgruppen Gröbenzell und Puchheim)
  8. Ehemalige Kreisstraße FFB 5, Geltendorfer Straße
    (Gde. Türkenfeld; Betreuung durch BN-Ortsgruppe Türkenfeld)
  9. Gemeindestraße nach Eismerszell nach Abzweigung der Kreisstraße FFB 3 südlich Moorenweis
    (Gde. Moorenweis; Betreuung durch BN-Ortsgruppe Türkenfeld)

Weitere Informationen zur Kontaktaufnahme für die dringend erwünschte Mithilfe bei den Sammelaktionen erhalten Sie bei den genannten Ortsgruppen.

Petra Kotschi (11/2013)

Der Biber

Vorderpfote vom Biber
Vorderpfote vom Biber
Biberkopf
Biberkopf
Hinterpfote vom Biber
Hinterpfote vom Biber
BN-Biberbetreuer von Süd- und Nordbayern
BN-Biberbetreuer von Süd- und Nordbayern
Besichtigung des Biberbetreuers am Starzlbach
Besichtigung des Biberbetreuers am Starzlbach
Biberbaby
Biberbaby

Die Biber waren 15 Millionen Jahre in Bayern heimisch bis sie seit 1867 aufgrund menschlicher Bejagung ausgerottet wurden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stand der Biber weltweit kurz vor seiner Ausrottung. Das letzte bayerische Tier wurde im Jahre 1867 an der Amper nachgewiesen. Begehrt waren Biber wegen ihres Pelzes, Fleisches (galt als Fisch und durfte deshalb in der Fastenzeit gegessen werden) und Bibergeils (Drüsensekret, das als Heilmittel galt).

Der Bund Naturschutz hat sei 1966 mit der Wiedereinbürgerung des Bibers begonnen. Seit 1976 unterliegt der Biber nicht mehr dem Jagd- sondern dem Naturschutzgesetz. Er wird in der Bundesartenschutzverordnung als eine besonders streng geschützte Tierart geführt und ist europarechtlich durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützt.

Die Bestände haben sich auch im Landkreis Fürstenfeldbruck aus naturschutzfachlicher Sicht gut entwickelt. An Amper und Maisach mit ihren Zuflüssen haben sich Biber angesiedelt. Durch ihr Reviersystem regulieren die Biber ihren Bestand selbst. Ein Revier umfasst etwa 1 bis 2 Kilometer Fließgewässerstrecke. Freie Reviere werden immer wieder besetzt - eine Überpopulation kann aufgrund der Selbstregulation nicht entstehen.

Der Mensch hat die Gewässer und deren Auen in den letzten einhundert Jahren deutlich verändert. Die Wiederbesiedlung des fast schon vergessenen einstigen Urbayern, führte deshalb zwangsläufig zu Nutzungskonflikten. Biber fressen Feldfrüchte (Zuckerrüben, Mais), unterhöhlen ufernahe Wiesen und Äcker oder überstauen diese, legen Baue und Röhren in Hochwasserschutzdeiche oder Kläranlagen an oder fressen Obstbäume im Siedlungsbereich an. Die meisten Probleme treten jedoch in einem engen (20 m) Korridor entlang der Gewässer auf.

Die Lösung dafür liegt auf der Hand - einen ungenutzten Raum entlang der Gewässer einrichten. Diese Flächen  würden nicht nur zur Konflikvermeidung der Biber dienen, sondern auch den Eintrag von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln in unsere Gewässer abpuffern, Lebensraum für viele selten gewordene Tier- und Pflanzenarten bieten und ein Potenzial für Rückhalteflächen zum Hochwasserschutz bieten.

Da vielfach solche Flächen nicht geschaffen werden können, werden oft Einzelmaßnahmen zur Konfliktlösung durchgeführt. Zu diesen gehören beispielsweise Drahthosen oder Schutzanstriche zum Gehölzschutz, Drainagen oder Abtrag von Biberdämmen, Elektrozäune gegen Fraßschäden an Feldfrüchten oder der Einbau von Drahtgittern in Ufer gegen Unterminierung. Bei Schäden in der Landwirtschaft und Fischerei kann unter Umständen auch aus dem Härtefonds des Bundes Naturschutz ein Ausgleich bezahlt werden.

Erster Ansprechpartner bei Konflikten vor Ort mit Bibern ist die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt. Um Betroffene bei Konflikten mit Bibern schnell beraten zu können, sind zur Unterstützung der Naturschutzbehörden zwei hauptamtliche Bibermanager für den Bund Naturschutz tätig. Im Landkreis Fürstenfeldbruck sind darüber hinaus auch Herr Günther Setzge im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde und Frau Anke Simon im Auftrag unserer BN-Kreisgruppe ehrenamtlich als Biberberater tätig.

BN-Biberberaterfür Südbayern: Gerhard Schwab, Tel. 09906/ 677, Mobil 0172/ 682 66 53, E-Mail: gerhard.schwab(at)biber.info
www.bund-naturschutz.de/brennpunkte/biber/biberberater.html

 

Biberführung mit Anke Simon
Biberführung mit Anke Simon
Biberpatenschaft in Alling
Biberpatenschaft in Alling

Um die Akzeptanz für den Biber zu fördern, verfolgt unsere BN-Kreisgruppe ein mehrgleisiges Konzept aus Beratung, Umweltbildung und praktischen Maßnahmen vor Ort.

So überreichte im Juli 2007 beispielsweise der BN-Vorsitzende Hubert Weiger Bürgermeister Frederik Röder die Bund Naturschutz-Patenschaftsurkunde für den Allinger Biber. Biber "Fredi", der seit 2003 die Starzel bei Alling besiedelt, steht nach anfänglichen Konflikten nun unter dem besonderen Schutz des Bürgermeisters.

Durch professionelle Biberführungen, Umweltbildung an Kindergärten und Schulen und Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer wollen unsere betroffenen Ortsgruppen ein Klima der Akzeptanz schaffen. Durchgeführt werden diese Veranstaltungen durch Anke Simon, die als Dipl-Forstwirtin und zertifizierte Waldpädagogin auch das Seminar der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege absolviert hat und demnach offizielle Biberberaterin ist (siehe auch Rubrik Umweltbildung-Naturerlebnistage).

Wir haben Ihnen zwei informative Presseberichte von unseren BN-Artenschutzreferenten zum Herunterladen als PDF-Dokument bereit gestellt:

BN-Pressemitteilung (05/2011); Kai Frobl

BN-Pressemitteilung (02/2001); Christine Markgraf

Petra Kotschi (01/2012)

Das Ampermoos

Das Ampermoos liegt im nördlichen Ammerseebecken und umfasst ca. 529 Hektar. Der größte Teil (53%) des Ampermooses befindet sich im Landkreis Fürstenfeldbruck. Entstanden ist es, als der Schuttfächer der Windach den Nordteil des ursprünglich größeren Ammersees abgetrennt hat und der natürliche Verlandungsprozess einsetzte (vgl. auch Rubrik: Natur-Info-FFB-Entstehung). Hieraus ist eines der größten Flachmoore Bayerns entstanden, das heute bundesweit bedeutsame Schneidriedbestände und Pfeifengraswiesen mit seltenen Stromtalarten beherbergt.

Aufgrund der Schutzwürdigkeit hat der Bund Naturschutz der Kreisgruppe Fürstenfeldbruck unter dem Vorsitz von Herrn Salzmann bereits 1975 den Antrag zur Naturschutzgebietsausweisung bei der zuständigen Behörde eingereicht. Nach sieben Jahren Behördenweg wurde das Ampermoos schließlich vom Umweltministerium als landkreisübergreifendes Naturschutzgebiet ausgewiesen. Ebenso ist es als Feuchtgebiet mit internationaler Bedeutung (Ramsar-Gebiet) und europäisches Vogelschutzgebiet (SAP- bzw. Natura 2000-Gebiet) ausgewiesen, da die Flächen als Brut- und Nahrungshabitat eine internationale Bedeutung für seltene Vögel besitzen.

Wie damalige Untersuchungen bald belegten, war das Ampermoos durch weitere Austrocknung und Nährstoffeinträge bedroht. Ursachen hierfür waren zum einen die einstige Ausbaggerung der Amper für die Schifffahrt (vgl. auch Rubrik: Natur-Info-FFB-Naturraum-Ampertal) sowie die Anlage von Entwässerungsgräben und Drainagen zur Flächenbewirtschaftung, die langfristig zu Grundwasserabsenkungen geführt haben. Zum anderen haben vermehrte Düngeeinträge durch die Intensivierung der Landwirtschaft oder auch Nährstoffeinträge durch die Kläranlage von Eching das von Natur aus nährstoffarm geprägte Niedermoor mit Nährstoffen versorgt. Die charakteristische Vegetation hatte sich damals bereits mit zunehmender Verbuschung und nährstoffgeprägten Hochstaudenfluren im Randbereich verändert.

Bis heute wurde schon einiges erreicht. Durch den Einbau einer weiteren Klärstufe bei der Kläranlage Eching wurde der Nährstoffeintrag in die Amper verringert. Die Nutzungsintensität der Landwirtschaft wurde extensiviert. Gräben konnten mittels eines Mönchs angestaut werden. Seigen (feuchte Mulden) wurden als wertvolle Kleinstlebensräume angelegt. Der Landschaftspflegeverband Fürstenfeldbruck organisiert und koordieniert im Ampermoos die Durchführung von Maßnahmen zur Landschaftspflege. Meist werden die Pfeifengraswiesen, wie die ehemalige Streuwiesennutzung, einmal jährlich von hiesigen Landwirten im Herbst gemäht. Ebenso wurde eine Gebietsbetreuung für den Ammersee (einschließlich Ampermoos) und für die Amper geschaffen. Auch der lange Streit um die Errichtung einer Sohlschwelle bei Grafrath, die den mittleren Grundwasserspiegel um 40 cm wieder anheben soll, ist seit 2010 gerichtlich beendet. Der Einbau der Sohlschwelle soll laut Wasserwirtschaftsamt München im Frühjahr 2012 erfolgen. Der Streit darum zog sich über zwölf Jahre hin.

In all der Zeit hat sich die Kreisgruppe immer wieder für den Erhalt des Ampermoores stark gemacht. Um wertvolle Flächen langfristig zu sichern, hat unsere Kreisgruppe mehrere Flächen im Ampermoor angekauft. Auch durch eine Erbschaftsschenkung sind wir in Besitz einer Wiese gekommen. Unsere Flächen sind in das naturschutzfachlich vorgesehene Pflegekonzept integriert und werden fachgerecht durch örtliche Landwirte gemähd.

Wir haben einen 10-seitigen Bericht über das Ampermoos und unsere Naturschutzarbeit verfasst. Er steht hier als PDF-Datei zur Einsicht zur Verfügung.

BN-Info_Ampermoos.pdf

Petra Kotschi (10/2011)

BayernNetz Natur-Projekt "Endmoränenbogen (-rücken)"

Unsere BN-Kreisgruppe hat 1999 die Trägerschaft für den Endmoränenbogen (-rücken) im Landkreises Fürstenfeldbruck übernommen. Der Endmoränenbogen ist Teil des bayernweiten Biotopverbunds "BayernNetz Natur". Das Quellstaumoor Hohenzell, das auch unter dem Namen Neubruch bekannt ist, liegt innerhalb des BayernNetz Natur-Projeks "Endmoränenbogen". Seit 2006 haben wir im Quellstaumoor die Pflegemaßnahmen aufgenommen, die zum Erhalt des Lebensraumes dringend erforderlich waren.

Biotoppflege im Quellstaumoor Hohenzell

Gemeinsame Pflegearbeiten 2006 durch die Ortsgruppen: Türkenfeld, Maisach und Gröbenzell
Gemeinsame Pflegearbeiten 2006 der Ortsgruppen: Türkenfeld, Maisach und Gröbenzell

Das Quellstaumoor Hohenzell (Neubruch) befindet sich innerhalb der Gemeinde Moorenweis etwa 2,5 Kilometer nordwestlich von Türkenfeld. Es umfasst zirka 1,3 Hektar und stellt einen Rest der ursprünglich ausgedehnten Quellmoorbereiche der Maisach im westlichen Teil der Rodungsinsel um Hohenzell dar. Aufgrund des Vorkommens zahlreicher geschützter und seltener Pflanzen wurde das Flachmoor als flächenhaftes Naturdenkmal (ND) unter Schutz gestellt und besitzt nach dem Arten- und Biotopschutzprogramm Bayern (ABSP) eine überregionale Bedeutung.

Besonders bedeutsam ist das Vorkommen des Schwalbenwurz-Enzians, der sich hier an der Nordgrenze seines Verbreitungsareals befindet. Eine regionale Bedeutung als Wasserspeicher besitzt das kleinflächige Moor im Zusammenhang mit weiteren, benachbarten Quellmoorresten als Ursprungsgebiet der Maisach. Ebenso stellt es ein Verbindungselement einer möglichen Biotopvernetzung von Haspelmoor, Wildmoos und den Feuchtbiotopen um Türkenfeld dar.

In den letzten 50 Jahren wurden im Zuge der agrarstrukturellen Veränderungen die zur Vernässung neigenden Extensivwiesen um das Naturdenkmal drainiert und in gedüngte Wirtschaftswiesen umgewandelt. Auch im Quellstaumoor wurden flache Gräben gezogen, um zumindest eine Streunutzung der dort vorherrschenden Kopfbinsenriede zu ermöglichen. Eine nennenswerte Nutzung fand jedoch nicht statt. Durch die Grabenentwässerung veränderte sich der Wasserhaushalt. Verbuschungen mit Faulbaum und Weide waren die Folge. Der zunehmende Aufwuchs von Birken und Fichten entzog dem Quellmoor zusätzlich Wasser, sodass das von Natur aus baumfreie Kopfbinsenried in seinem Fortbestand bedroht war.

Kleiner Schillerfalter
Kleiner Schillerfalter
Kelch-Simsenlilie
Kelch-Simsenlilie
Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling
Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling
Stengelloser Enzian
Stengelloser Enzian
Alpen-Fettkraut
Alpen-Fettkraut
Rostrotes Kopfried
Rostrotes Kopfried
Mücken-Handelwurz
Mücken-Handelwurz
Schwalbenwurz-Enzian
Schwalbenwurz-Enzian
Sumpf-Herzblatt
Sumpf-Herzblatt
Mehl-Primel
Mehl-Primel

Um das Quellmoor zu erhalten, hat unsere BN-Kreisgruppe 2003 die Trägerschaft für dieses Naturdenkmal übernommen. Mit Mitteln aus dem staatlichen Naturschutzfonds wurde zum Erhalt dieses Moores ein Pflege- und Entwicklungsplan von einer Moorexpertin entwickelt.

Mit der Umsetzung des Fachkonzepts wurde im Herbst 2005 begonnen.
In den Jahren 2005 und 2006 wurden vorwiegend Entbuschungen (Faulbäume und Weiden) durchgeführt. Hierbei waren BN-Aktivisten von mehreren Ortsgruppen (siehe Foto) beteiligt. Anfang 2008 folgte die Entfernung der standortfremden Fichtenbestände durch einem hiesigen Landwirt, sodass bis auf eine Fichtengruppe im Nordwesten und eine kleinere im Südosten das Moor wieder baumfrei wurde.

Seit dem Herbst 2008 werden nun jährlich die Kopfbinsenriede und die Pfeifengraswiesen mittels eines einachsigen Handmotormäher gemäht. Das Mähgut muss dabei per Hand aus der Fläche getragen und entsorgt werden. Die jährlichen Landschaftspflegearbeiten übernimmt die Ortsgruppe Türkenfeld mit Unterstützung der jugendlichen vom Verein Sprint e.V. und der Hilfe eines für den Naturschutz sehr aufgeschlossenen Landwirts vor Ort.

Im Jahre 2007 erwarb die Kreisgruppe Fürstenfeldbruck eine Fläche von insgesamt 8200 qm, bestehend aus ca. 3500 qm Quellmoor und anschließenden 4700 qm Grünlandfläche als Pufferfläche zum Quellmoor. Der Bund Naturschutz plant eine weitere Fläche im Quellmoor zu erwerben. Somit könnte auf Dauer das Quellmoor mit seinem Schatz an seltenen Pflanzen langfristig erhalten werden.

Mehr Bilder zum "Quellstaumoor Hohenzell" sehen Sie
unter der Rubrik: Ortsgruppen-Türkenfeld

Petra Kotschi (11/2011)

Biotopschutz durch Flächenankauf

Um naturschutzfachlich wertvolle Biotopflächen langfristig vor Zerstörung oder negativen Nutzungsänderungen (z.B. Grünlandintensivierung oder Grünlandumbruch zu Acker) zu sichern, kaufen wir auch Flächen an. Aber auch durch Erbschaftsschenkungen ist der Bund Naturschutz in Besitz von ökologisch hochwertigen Flächen gelangt.

Die Karte kennzeichnet alle Flächen innerhalb des Landkreises Fürstenfeldbruck, die entweder im Besitz  der BN-Kreisgruppe Fürstenfeldbruck sind (orange Quadrate) oder von unseren BN-Ortsgruppen per Pachtvertrag oder Nutzungsvereinbarung gepflegt werden (grüne Quadrate).

Nach den angegebenen Nummern werden die Biotope kurz beschrieben:

  1. Naturdenkmal "Quellstaumoor bei Hohenzell"; Gde. Moorenweis; Pflege durch BN-Ortsgruppe Türkenfeld sowie Sprint-Verein

  2. Feldrain am Gollenberg; Gde. Türkenfeld; einmal jährliche Spätsommermahd  mittels Motorsense durch die BN-Ortsgruppe Türkenfeld

  3. BN-Grundstück am Höllbach (Höllbachtal); Gde. Türkenfeld; Hanggrundstück mit Hangschluchtwald entlang des Höllbachs wird sich selbst überlassen (Sukzession); Wiesengrundstück oberhalb des Höllbachtals wird durch hiesigen Landwirt  einmal jährlich im Spätsommer gemähd (ohne mineralische Düngung)

  4. Verschiedene Flächen im Ampermoos (Kauf, Schenkung, Pacht); Gde. Kottgeisering/ Türkenfeld; meist ehemalige Streuwiesen, die durch hiesige Landwirte einmal jährlich im Herbst gemäht werden; für die Wiesenbrüter sind kleine Seigen entstanden; Organisation durch den Landschaftspflegeverband

  5. Naturdenkmal "Niedermoor Neubruch", Gde. Mammendorf; Beginn der Landschaftspflegearbeiten voraussichtlich im Herbst 2012 durch die Ortsgruppe Mammendorf

  6. Grundstück an der Maisach (BN-Grundstück durch Schenkung); Gde. Maisach; Anlage und Pflege von vielfältigen Feuchtbiotopen durch die BN-Ortsgruppe Maisach

  7. Verschiedene Flächen im Fußberger Moos (Westteil des Überackermooses; Kühmoos); Pachtflächen; Gde.Überacker; vorwiegend feuchtes Extensivgrünland und Feuchte Hochstaudenfluren, die einmal jährich im Herbst durch hiesige Landwirte gemähd werden;  Organisation durch den Landschaftspflegeverband

  8. Kopf-Weiden entlang des Amperkanals; Gde. Olching; Errichtung und Pflegeschnitt der Kopf-Weiden durch die Ortsgruppe Olching; Einstellung der Pflege seit 2011

  9. Pflege der Flächen entlang des Naturlehrpfads östlich der Gröbenbach Schule; Gde. Gröbenzell; seit 2011 Einstellung der Pflege, da Naturlehrpfad aufgelöst wurde

  10. Erlenbruchwald mit Quellhang (BN-Grundstück) in Kontakt mit einem artenreichen Grünland (Nutzungsvereinbarung) und angelegten Tümpeln; Gde. Eichenau; jährliche Spätsommermahd der artenreichen Wiesenflächen durch die Ortsgruppe Eichenau - der Erlenbruchwald wird nicht gepflegt (Sukzessionsfläche)

  11. Streuobstwiese; Gde. Puchheim; Anlage und Pflege der Streuobstwiese durch die Ortsgruppe Puchheim

  12. Moorwiese am Germeringer See; Gde. Germering; jährliche Herbstmahd durch die Ortsgruppe Germering

  13. Waldnahe Grünlandfläche entlang der Autobahn; Gde. Germering; jährliche Herbstmahd durch die Autobahnmeiserei, Entbuschungsarbeiten der Brombeer-Sträucher sowie Mahdgutentfernung durch die Ortsgruppe Germering

Höllbachtal

Höllbachtal
Höllbachtal
Höllbachtal

Weitere Bilder zu den oben genannten Biotopen finden Sie teilweise
bei den jeweiligen Ortsgruppen unter der Rubrik: Ortsgruppen

Petra Kotschi (01/2012)

Flächenverbrauch

Wie viel Natur brauche ich für eine nachhaltige Existenz?

Dieses Thema behandelte der Dipl. Geogr. Thomas Frey vom Bund Naturschutz in Bayern e.V. beim Nachhaltigkeitssymposium des Landkreises Fürstenfeldbruck am 25. November 2006.

Die Präsentation können Sie sich als PDF-Dokument hier herunterladen...

Naturpark Fünfseenland

Wir unterstützen die Initiative zur Errichtung eines Naturparks im Fünfseenland. Mehr Informationen erhalten Sie unter:

Naturparkinitiative Fünfseenland, Starnberg, www.naturparkinitiative.de

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