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FÜRSTENFELDBRUCKER HÜGELLAND

Altmoräne

Das Fürstenfeldbrucker Hügelland nimmt mit ca. 42 % mit Abstand den größten Anteil aller Naturräume im Landkreis ein. Hier ist die Altmoränenlandschaft vorwiegend aus der Rißeiszeit, aber auch vereinzelt aus der Mindel- oder Günzeiszeit noch erhalten geblieben, da die letzten Gletschervorstöße aus der Würmeiszeit nicht so weit nach Süden vorgedrungen sind. Der Naturraum wird durch das Ampertal durchbrochen.

Durch mehrere hintereinander gestaffelte risseiszeitliche Altmoränenzüge, die mit der Zeit stark verwittert sind, ist bis heute ein flachwelliges Relief erhalten geblieben. Der Biberg (555 m ü.NN) repräsentiert einen der am besten erhalten gebliebenen Altmoränenzüge im Landkreis. Die Altmoränen (sog. Riedel) werden jedoch von westöstlich gerichteten ausgedehnten flachen Talzügen (z.B. Maisachtal, Mammendorfer Schotterfeld, Amperfeld und Gilchinger Feld) unterbrochen, die mit der Münchener Schotterebene in Verbindung stehen. An das wellige Hügelland der Altmoränen schließen sich einige Hochterrassenflächen an (z. B. in Holzkirchen bei Alling oder östlich von Geisenbrunn), die durch Schmelzwasseraufschüttungen gegen Ende der Rißeiszeit entstanden sind. Sowohl die Altmoränen als auch die Hochterrassen sind tiefgründig verwittert, besitzen jedoch vielfach eine Deckschicht aus Lösslehm. Auch bei den Talrinnenschottern sind die Nährstoffe zwischenzeitlich ausgewaschen.

Das derzeitige Landschaftsbild ist im Fürstenfeldbrucker Hügelland (ähnlich dem Donau-Isar-Hügelland) durch intensiven Ackerbau geprägt, der einen Anteil von über 55 % ausmacht. Dies liegt in den günstigen Ertragsbedingungen der großräumig vorherrschenden tiefgründigen Braunerden begründet. Vor allem zwischen Jesenwang und Untermalching sowie in der östlichen Teilfläche des Naturraumes findet man eine ausgeräumte Kulturlandschaft, in der naturnahe und halbnatürliche Lebensräume fast vollständig beseitigt wurden. Daneben begünstigt intensiver Ackerbau den Abtrag des sehr erosionsanfälligen Lösslehms, was stellenweise bereits zu erheblichen Bodenverlusten bis hin zur Freilegung des Moränenverwitterungsmaterials geführt hat. Größere Grünlandbereiche sind nur noch entlang der Maisach, am Erlbach und östlich von Hattenhofen erhalten. Das früher im Auenbereich vorherrschende Feuchtgrünland wurde nahezu vollständig in Intensivgrünland umgewandelt.

Größere Waldbestände (weitgehend strukturarme Fichtenforste) stocken auf armen Schotterböden. Der Waldanteil ist mit 23,8 % etwas höher als der Landkreisdurchschnitt. Der Siedlungs- und Verkehrsflächenanteil der naturräumlichen Untereinheit ist verglichen mit dem gesamten Landkreis als relativ niedrig zu bezeichnen. Die größten Siedlungsbereiche sind die südlichen Ortsteile der Kreisstadt und die Orte Mammendorf, Moorenweis, Alling, Althegnenberg und Jesenwang.

Im Vergleich mit der Jungmoränenlandschaft treten im Bereich der Altmoränen weniger Moorflächen auf. Eine Rarität stellen deshalb die beiden Hochmoore "Wildmoos" und "Haspelmoor" dar, die in der Rißeiszeit und durch postglaziale Seeverlandungen entstanden sind . Sie sind zwei der nördlichsten glazialen Hochmoore im Alpenvorland. Eine geologische Besonderheit im Landkreis stellen auch die in Hanglage kleinflächig angeschnittenen Deckenschotter dar, wie z. B. am Engelsberg bei Kreuth. Hier tritt Konglomeratgestein, der Nagelfluh, zutage.

Das größte Fließgewässer des Naturraums ist die Maisach. Diese entspringt im Ammer-Loisach-Hügelland und durchfließt das Fürstenfeldbrucker Hügelland von Südwest nach Nordost. Die meisten Gewässerabschnitte der Maisach sind verbaut, ein Gehölzsaum fehlt vielerorts und die Auebereiche sind von Intensivgrünland oder Acker geprägt. Die Zahlreich angelegten Abbaustellen mit Kleingewässern bieten einen Ersatzlebensraum für die im Naturraum fehlenden natürlichen Stillgewässer.

Der Anteil an Biotopflächen beträgt im Fürstenfeldbrucker Hügelland nur 1,95 % und ist nach dem Donau-Isar-Hügelland der Naturraum mit dem zweitgeringsten Anteil an Biotopflächen.

Als Schwerpunktgebiete für den Naturschutz sind nach dem Arten- und Biotopschutzprogramm Bayern (Lks. Fürstenfeldbruck 1999) ausgewiesen:

  • Haspelmoor
  • Wildmoos