MÜNCHENER EBENE

Münchener Schotterebene

Im Osten des Landkreises Fürstenfeldbruck erstreckt sich die zweitgrößte naturräumliche Untereinheit der Münchener Ebene. Der Naturraum umfasst ca. 22,6 % der Landkreisfläche und wird durch das Ampertal durchbrochen.

Als die Schmelzwasserströme am Ende der Würmeiszeit mit der Amperschlucht bei Wildenroth die Zone der Endmoränen durchbrachen, wurde massenhaft alpines Geschiebe von den Moränen in die Münchener Schotterebene verfrachtet. Die Schottermächtigkeit dieser Ebene nimmt von Süden nach Norden hin ab, weshalb im Süden eher trockene Böden (flachgründige Parabraunerden oder -rendzinen) und im Norden meist entwässerte Niedermoorböden vorkommen. Der grauweiße Almkalk (Kalkausfällung des Grundwassers) kommt beispielsweise in Gröbenzell, Alling oder Maisach vor und kann mehrere Meter Mächtigkeit aufweisen. In Gröbenzell wurde er auch abgebaut und als Scheuermittel oder zur Bodenverbesserung verwendet. Ein Relikt dieser Almkalkbiotope und eine botanische Rarität stellt das Naturdenkmal Lochhauser Sandberg dar.

Die gerade im Norden und Osten des Gebiets zahlreichen Bäche und Gräben sind meist begradigt und im Siedlungsbereich vielfach verrohrt. Darunter ist die Maisach das zentrale Fließgewässer.

Aufgrund der geologischen Verhältnisse ist die Münchener Ebene ein Schwerpunkt der Niedermoorbildung in Bayern. Durch das Zutage treten der wasserstauenden Molasseschichten des Tertiärs kam es am nördlichen Rand der Schotterebene zur Bildung großflächiger Quell- und Sickermoore wie Dachauer Moos und Erdinger Moos. Das Dachauer Moos reichte ehemals bis etwa Puchheim-Ort (vgl. Moorkarte FFB unter der Rubrik: Natur-Info-FFB–Entstehung). Die Moorreste im Landkreis werden heute als Graßlfinger Moos bezeichnet. Das Überackermoos (auch „Fußbergmoos“ genannt) bildet den westlichsten Abschnitt des ursprünglichen Moorgürtels und stand ursprünglich einmal in Kontakt mit dem Dachauer Moos und über dieses auch mit dem Erdinger Moos.

Der sich nördlich an den Standortübungsplatz zwischen Maisach und der Kreisstadt anschließende Hauptteil des ehemaligen Nato-Flugplatzes Fürstenfeldbruck repräsentiert aufgrund seiner ausgedehnten mageren Extensivwiesen neben dem Ampermoos einen Verbreitungsschwerpunkt für Wiesenbrüter. Ebenso ist er für mehrere Fledermausarten und viele seltene Insekten ein wertvolles Refugium.

Durch vielfachen Kiesabbau sind in diesem Naturraum viele künstliche Stillgewässer vorhanden. Der Anteil an Biotopflächen beträgt in der Münchener Ebene 3,16 % und liegt damit leicht über dem Landkreisdurchschnitt von 2,97 %.

Als Schwerpunktgebiete für den Naturschutz sind nach dem Arten- und Biotopschutzprogramm Bayern (Lks. Fürstenfeldbruck 1999) ausgewiesen:

  • Überackermoos
  • Graßlfinger Moos

Nach oben