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ORTSGRUPPE FÜRSTENFELDBRUCK - EMMERING

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Über uns

Die Ortsgruppe FFB+Emmering wurde 1977 von einigen wenigen engagierten Bürgern in Fürstenfeldbruck und Emmering gegründet. Durch unsere Lage in der Boom-Region München werden wir seit Jahrzehnten mit dem Siedlungsdruck, der Flächenversiegelung durch Bebauungen, Gewerbegebiete und Verkehrsprojekte konfrontiert. Bei unserer Arbeit geht es deshalb im wesentlichen um die Rettung und dauerhafte Bewahrung von Naturbeständen und Naherholungsflächen. Viele unserer Anliegen konnten durch unsere langjährige Hartnäckigkeit in Verbesserungen unserer Umwelt einfließen. Es gab aber auch zahlreiche Umwelt zerstörende Projekte, deren Umsetzung wir nicht verhindern konnten. Insgesamt haben unsere Stellungnahmen, unsere stetige Öffentlichkeitsarbeit und unsere zeitweise Stadtratstätigkeit dazu geführt, dass wir in der Wahrnehmung der Bürger und Politiker eine ernstzunehmende Organisation geworden sind, deren Anregungen und Bedenken man nicht einfach übergehen kann. Infolge der Zunahme von brisanten Umweltthemen wie dem Artenschutz und den Herausforderungen des Klimawandels ist die Mitgliederzahl unserer Ortsgruppe kontinuierlich auf stattliche, ca. 700 Mitglieder und Förderer (2021) angestiegen.

Gleich in der ersten Phase nach Gründung der Ortsgruppe konnten wir zusammen mit dem Emmeringer Hölzl Verein die wertvolle Wildfluss- und Auenlandschaft des Emmeringer Hölzls zwischen FFB und Emmering als Landschaftsschutz- und Erholungsgebiet vor der Zerstörung bewahren. Verhindert wurde der Bau der B2-Umgehung, die mitten durch das Hölzl führen sollte. Durch einen Bürgerentscheid 2009 konnte auch die sog. Deichenstegtrasse durch den Park am Marthabräuweiher gestoppt werden. Zusammen mit der Bürgerinitiative, dem Verkehrsforum FFB und politischen Gruppierungen gelang es uns, den Park als innerstädtisches Naherholungsgebiet dauerhaft zu retten. Die Bürgerinnen und Bürger beider Kommunen dürfen das zusammenhängende Naturjuwel aus Park und Hölzl auch in Zukunft genießen.

Weniger erfolgreich war unsere Arbeit beim Baumschutz in der Stadt FFB. Trotz der zunehmenden klimatischen Bedeutung unserer Stadtbäume, wird immer wieder Baum um Baum wirtschaftlichen Interessen geopfert. In zahlreichen Stellungnahmen, auf Infoständen und Veranstaltungen wurde für die grüne Lunge unserer Stadt gekämpft. Leider oft vergeblich, wie das Beispiel der Erweiterung der Firma Schleifring zeigt, wo ein großer Teil des geschützten Bann- und Klimaschutzwaldes durch die Entscheidung des Brucker Stadtrats für Parkplätze geopfert wurde. Der Stadtrat (2014-2020) hat damit mehrfach und mehrheitlich gegen Natur erhaltende Maßnahmen gestimmt. Weitere über 50 Stadtbäume werden auch bei der Erweiterung des AEZ in der Buchenau fallen.

Nachdem wir immer wieder feststellen mussten, dass die von der Stadt als Ausgleich für Bebauungen ausgewiesenen Naturflächen nicht dem festgelegten Ziel entsprachen, haben wir uns entschieden, alle Flächen zu erfassen und ihren Zustand zu kontrollieren. Das Ergebnis wurde der Stadt übergeben, sodass diese sich ernsthaft mit diesem Thema befassen musste. Verschiedene Flächen wurden seitdem unter Kontrolle der Stadtverwaltung ihrem eigentlichen Naturschutzziel zugeführt.

Auch die Amper war immer Thema unserer Bemühungen für mehr Natur. Anfang 2015 wurde der Arbeitskreis Amper gegründet, in dem Bürger, Vertreter anderer Umweltschutzverbände sowie Stadträte mitgearbeitet haben. Seit 2021 führen der BN zusammen mit dem Fischereiverein FFB Gespräche mit den Stadtwerken. Es geht um die für Flora und Fauna richtige Mahd auf den Amperdämmen, um mehr Restwassermengen in den Nebenarmen (Polizeibadarm und Nasenbach), und um den Abbau von Hindernissen (Sohlschwellen Nasenbach) und letztendlich um eine Fischtreppe am Kraftwerk für die Durchgängigkeit für Fische.

Die Herausforderung, für uns Menschen eine lebenswerte Umwelt und die umliegende Natur mit Ihrer Artenvielfalt zu erhalten, wird mit zunehmender Klimaerhitzung sicher nicht kleiner. Daher ist es uns wichtig, möglichst viele Menschen weiter für den aktiven Naturschutz zu begeistern, und die Öffentlichkeit über Fehlentwicklungen vor Ort zu informieren. Wir nehmen dies als Auftrag mit für die Zukunft und halten es mit Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

Thomas Brückner, 1. Vorsitzender, 04.03.2022


Vorsitz

Thomas Brückner
Münchner Str. 2
82256 Fürstenfeldbruck
Telefon: 08141/ 666006
E-mail: tobmax@t-online.de

1. Stellvertreterin:
Elisabeth Lang
E-mail: elisabeth_lang@gmx.de

2. Stellvertreter:
Nico Schneider
E-mail: n.schneider-ffb@web.de

Kassierer:
Andreas Wagner-Rauh

Beisitzerin:
Ulrike Saatze

Für Fragen und sonstigen Anliegen können Sie gerne auch die Kreisgeschäftsstelle kontaktieren.

Spendenkonto

Wenn Sie unsere Naturschutzarbeit vor Ort finanziell unterstützen wollen, spenden Sie bitte auf unser Konto:

BUND Naturschutz Ortsgruppe FFB+Emmering

IBAN: DE24 7005 3070 0008 0315 93

BIC: BYLADEM1FFB

Sparkasse Fürstenfeldbruck


Termine
Alle Veranstaltungen unter dem Vorbehalt, dass sie coronabedingt stattfinden können!

Veranstaltungen

Wir haben Ihnen unsere Termine und Veranstaltungen für 2022 in einem PDF-Dokument zusammengestellt.

Dort finden Sie auch unsere Umweltstammtische, die in der Regel jeden 3. Donnerstag im Monat im Restaurant Poseidon, Brunnenhof 2, FFB, jeweils um 19:30 Uhr stattfinden.

Herunterladen können Sie unsere Termine hier . . .

Treffen der Kinder- und Jugengruppe

Die Kindergruppe trifft sich einmal im Monat, jeden dritten Samstag von 10 – 12 Uhr.

Kontakt: Diplom-Forstwirtin/Umweltbildnerin Holde Tietze-Härtl, Tel. 08141/58080, Holde.TH@web.de

 

Die Jugendgruppe trifft sich zu den vereinbarten Terminen an unterschiedlichen Orten.

Kontakt:
Diplom-Forstwirtin/Umweltbildnerin Holde Tietze-Härtl, Tel. 08141/58080, Holde.TH@web.de
Diplom-Forstwirtin/zertif. Waldpädagogin/Biberberaterin Anke Simon,Telefon: 089/ 80 90 94 85, simonanke@t-online.de 

Newsletter

Wir versenden als Ortsgruppe mindestens einmal im Momat einen Newsletter mit aktuellen Infos und einem Protokoll vom Umweltstammtisch. Wenn Sie daran interessiert sind und noch nicht auf unserem E-Mail-Verteiler sind, dann schreiben Sie uns bitte unter E-Mail: tobmax@t-online.de an.

Wir sammeln Ihre Adresse in einem eigenen Verteiler und nutzen diesen ausschließlich für den Versand dieses Newsletters / unserer Rundmails. Weitere Daten werden hierbei nicht erhoben oder gespeichert. Wenn Sie keine weiteren Nachrichten per Mail erhalten wollen, löschen wir Ihre Adresse umgehend wieder.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie unter www.bundnaturschutz.de/datenschutz.

Den Newsletter des BN-Landesverbandes können Sie abonnieren unter https://www.bund-naturschutz.de/newsletter.

 


Aktuelles




Projekte - Aktionen - Infos


Kinder- und Jugendgruppe

Einen Schultag ganz besonderer Art unternahm die Klasse 8b von der Schule Nord, zusammen mit ihrem Lehrer, Herrn Hofmann. Sie wollten ca. 40 Bäume entlang des Klosterkanals vor dem Zugriff des Bibers schützen.

Die BN- Ortsgruppe FFB / Emmering  hatte dies vorgeschlagen, mit Genehmigung der Unteren Naturschutz-behörde und mit Unterstützung des städtischen Bauhofes, der das Material dazu lieferte.

Nach einer kurzen Einführung über die Lebensweise und den Körperbau des Bibers, machten sich die Jugendlichen daran, die Bäume auszumessen, den Wickelzaun  abzuschneiden und die Bäume damit zu umwickeln. Dabei lernten sie die Lieb-lingsspeisen der Biber im Winter kennen: Weiden, Pappeln, Ahorn, Fichten  und als Bauholz für ihren Biberbau, die Schwarzerle.

Nach 2 1/ 2 Stunden kräftiger Arbeit und bei eiskaltem Wetter, hatten die Gruppen zusammen mit dem Lehrer und den drei BN- Mitgliedern alle Bäume umwickelt. Während der Aktion kamen viele Fragen auf, ob über das  Eschentriebsterben, Tierspuren im Schnee oder Erkennen der Bäume im unbelaubten Zustand.

Im Frühjahr wird die Klasse noch einmal eine Begehung machen und überprüfen, ob die Aktion erfolgreich war.

Der BN – Vorsitzende der Ortsgruppe FFB/Emmering Friedrich Meyer-Stach und die beiden Umweltpädagogen, Anke Simon und Holde Tietze-Härtl, sind von der Arbeit und dem Einsatz der Jugendlichen begeistert und wollen derartige Aktionen mit Schulklassen in Zukunft  wiederholen.

H. Tietze-Härtl
(Vorstandsmitglied OG FFB/Emmering)

Bei dieser Mitmachaktion „In die Schule GEH ich gern“ des Bund Naturschutz hat sich in Fürstenfeldbruck die Grundschule NORD beteiligt. Sinn dieser Aktion ist es, den Kindern ihren täglichen Schulweg als ein wichtiges Erfahrungsfeld zu vermitteln.

„ZU Fuß ZU GEHEN“ bedeutet für das Kind :

  • es bekommt frische Luft und spürt den Wechsel der Jahreszeiten
  • es lernt, sich auf jedes Wetter einzustellen
  • es bewegt sich vor und nach dem langen Sitzen im Klassenzimmer
  • es sammelt Eindrücke oder Blätter oder Kastanien
  • so entstehen Kontakte und Freundschaften

Ein weiterer wichtiger Grund für diese Aktion ist es, das tägliche Parkchaos beim Bringen und Abholen der Kinder zu vermeiden und damit den Schulweg überschaubarer und sicherer zu machen. Zusätzlich leisten alle einen vorbildlichen Beitrag zum Klimaschutz.

Alle Kinder, die zu Fuß, dem Fahrrad oder dem Schulbus zur Schule kommen, stempeln am Klassenbaum ein Blatt hinzu. Die teilnehmenden Klassen erhalten eine Anerkennung und die Gewinner bekommen einen besonderen Preis.

Dieser Preis bestand aus einer Biberführung, durchgeführt von der BN-Umweltbildnerin Frau Tietze –Härtl. Gewinner war die 1. Klasse der Grundschule Nord mit ihrer Klassenleiterin, Frau Hager.

Bei strahlendem Wetter verbrachten die Kinder einen Vormittag an der Amper. Es gab viel zu erkunden, z.B. eine Biberburg, frische Fraßspuren und  Biberrutschen in die Amper. Viel Wissenswertes wurde so spielerisch vermittelt.

Für das kommende Schuljahr 14 / 15 haben schon weitere Grundschulen ihr Interesse angemeldet.

Das intensive Suchen hat sich gelohnt !

Seit 2012 suchte die BN Ortsgruppe FFB + Emmering einen gut erhaltenen und günstigen Bauwagen für die BN-Kindergruppe. Bei PIKASSIO München wurde Thomas Brückner schließlich fündig. Wir waren alle vom guten Zustand begeistert und Reiner Dieffenbach war bereit ihn von München nach Emmering mit seinem Traktor zu schleppen. Nochmals vielen Dank an Rainer für die zeitaufwändige und mühevolle Arbeit und an Stefan Alkofen, der das Gefährt von hinten mit seinem Auto absicherte.

Nun hatten wir endlich eine Bleibe und ein neues Zuhause für unsere Kindergruppe.

Durch großzügige Spenden seitens der Volksbank FFB, der Sparkasse FFB, der Stadtwerke FFB und von Privatpersonen, und durch die jährliche finanzielle Unterstützung durch die Stadt FFB und die  Gemeinde Emmering konnte für unsere Kindergruppe dieser Bauwagen gekauft werden. Beim ersten Gruppentreffen nach den Sommerferien weihten die Kinder und ihre Eltern den Bauwagen mit einem kleinen Fest ein. Von seinem Vorbesitzer wurde der Bauwagen vortrefflich hergerichtet und mit einer Sitzgruppe ausgestattet. Dadurch können die Kinder den Bauwagen beliebig  benutzen, sei es zum Nistkasten oder Insektenhotel bauen, oder einfach nur zum Brotzeit machen bei  Regenwetter.

Seit dem ersten Treffen am Bauwagen , der von den Kindern mit großer Begeisterung angenommen wurde, kommen immer mehr Kinder.Dank  engagierter Elternhaben wir auch mittlerweile   einen großen Fundus an Sägen, Hammer, Feilen etc., die wir bei den letzten Treffen schon fleißig eingesetzt haben.

Für weitere Infos bezüglich der Kindergruppe stehen Holde Tietze-Härtl (08141-512915) und Anke Simon (089-80909485) zur Verfügung.

 

Dank an die Spender

Die BN Kindergruppe FFB/Emmering bedankte sich bei ihren Spendern mit einem holzgerahmten  Foto des Bauwagens und dem von den Kindern bunt gestalteten Text .

Führungen

Bericht von der Waldführung auf der Emmeringer Leite am 15.05.2022

 

Was veranlasste 16 Personen unterschiedlichen Alters, sich an einem Sonntag im Mai bei schönstem Wetter am Tonwerk in Emmering zu treffen? Der Bund Naturschutz hatte zu einer Waldführung in der Emmeringer Leite eingeladen und erweckte damit das Interesse vieler Naturliebhaber.

Unter fachkundiger Führung der hiesigen Forstamtsrätin Anita Ottmann wanderten wir durch den Wald und erhielten allerlei interessante Informationen. So erfuhren wir anhand von Kartenmaterial von Bodengüte und Standortqualitäten, und wie der Wald mit dem Klimawandel und der zunehmenden Trockenheit zu kämpfen hat. Reine Fichtenbestände haben keine Zukunft und müssen deshalb umgebaut werden. Der Waldbewirtschaftung und der Waldpflege kommt mehr Bedeutung zu. Es war spannend zu hören, wie der Wald unter Verwendung von mehreren verschiedenen Baumarten wie Eichen, Buchen, Tannen, Douglasien und Lärchen umgebaut werden kann, und auch, wie er sich auf natürlichem Wege selbst verjüngt. Diese Vielfalt ist wichtig, um den Wald bei Schädlingsbefall, Stürmen oder klimabedingtem Ausfall einer Baumart überlebensfest und zukunftssicher zu machen. Auch die Kleinteiligkeit der Besitzverhältnisse auf der Leite trägt maßgeblich zu diesem Artenreichtum bei. Als „Waldneuling“ lernte ich zudem, dass es neben den Plastikumhüllungen zum Schutz der jungen Triebe gegen Wildverbiss auch Furnierholz-Gitter mit umweltfreundlicher Baumwollstoffbespannung gibt.

Dank an Frau Ottmann, die mit großer Leidenschaft bei ihrem Thema war. In Zukunft werde ich mit anderen Augen durch die heimischen Wälder gehen!

 

Renate Haneder, BUND Naturschutz

19:00 Uhr: Die Spannung steigt! 40 Biber-Interessierte warten, ausgestattet mit wetterfester Kleidung und Taschenlampe, auf den Start der alljährlichen Familienführung entlang der Amper. Mitten in der Stadt hoffen sie in der Dämmerung ihre bepelzten Mitbewohner zu Gesicht zu bekommen. Die Biberberaterin der Kreisgruppe Anke Simon und die Umweltbildnerin Holde Tietze-Härtl können nichts versprechen, wissen jedoch die besten Stellen, an denen die Tiere abends ihr Revier kontrollieren. In zwei Gruppen aufgeteilt, beginnt die Tour Richtung Biberburgen, in der Stadt und am Kloster.

Spielerisch führen die Biberfachfrauen die Familien dort durch das Leben der Nager. Die Kinder dürfen Felle von Biber, Nutria und Bisam tasten, mit Schwimmhandschuhen paddeln wie ein Biber, und eine Karotte benagen, wie der Biber einen Baum benagt. Lernen mit allen Sinnen!

Ein Highlight ist zudem der echte Biberschädel, an dem die besonderen Nagezähne gezeigt werden können. Auch die Erwachsenen haben viele Fragen - sie drehen sich meist um Schäden, Ausgleichszahlungen und Abschüsse.

Gegen 21:00 Uhr stehen die Gruppen still an der Amper und halten mit Fernglas und Taschenlampe Ausschau nach den ersten „Frühaufstehern“. Langsam zieht eine Bibermutter mit zwei Jungtieren ihre Bahnen durch das Wasser. Sie lassen sich von Menschen, Autos und Straßenlaternen nicht von ihrem Weg zum nächtlichen Futterplatz abbringen und zeigen, dass die Stadt nicht nur den Zweibeinern als Lebensraum dient.

Anke Simon

Bergwanderungen

Die BN Ortsgruppe Fürstenfeldbruck/Emmering lud am 20. Juni 2021 wieder ein, den traumhaften Alpenrosenrundweg in den Ammergauer Alpen zu wandern. Mit Fahrgemeinschaften fuhren wir zum Parkplatz nach Halblech. Startpunkt unserer Tour war die Kenzenhütte auf 1300 Metern Höhe. Mit dem Wanderbus ging es dann direkt vom Parkplatz dorthin. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der neuen Wanderfreunde wurden die Stiefel nochmal festgeschnürt und dann ging´s los. Bei bestem Wetter und angenehmen Temperaturen war die Stimmung gut. Wir lernten uns beim Wandern ein wenig besser kennen und genossen das satte Grün von Wald und Bergwiesen unter der Sonne.

Die Hobby-Botaniker unter uns kamen schnell auf ihre Kosten. Unser pflanzenkundiger Begleiter und BN-Vorsitzende in Türkenfeld, Peter Brill, half gern bei der Bestimmung der selteneren Gebirgspflanzen. Zunächst säumten die pusteblume-ähnlichen Samenständen der Weißen Pestwurz  und hellviolett-blühende Mondviolen unseren Weg. Der erste Aufstieg wurde bald mit einem weiten Blick auf Gebirgswiesen, hochumrahmt von felsigen Berghängen, belohnt. Wir erfreuten uns an verschiedenen Arten von Enzian, Alpenfettkraut und anderen Gewächsen mit ihren Blüten, die farbenfrohe Tagfalter anzogen, die nur im Hochgebirgsklima leben.

An einer besonders malerischen Kulisse gab es eine kurze Pause mit einem Gruppenfoto bevor der Aufstieg deutlich steiler wurde. Unser Ziel war der Hasentalkopf - auf 1797 Metern. Bäume wurden immer seltener. In kühlen Senken gab es noch vereinzelt Schneereste. Dem steilen Aufstieg zum Bergkamm folgte eine wohlverdiente Picknick-Pause. Wir lagen im Gras, genossen auf dem Grat eine herrliche Aussicht und ließen uns das Mitgebrachte schmecken - die Sonne im Gesicht. Gestärkt und voller Vorfreude auf die Alpenrosen begannen wir den Abstieg in die sogenannte Kesselrunde. Der Weg verlief am Berghang entlang abwärts. Den Schmelzwasser-See im Kessel stets im Blick. Fast auf Höhe des Sees sahen wir dann auch die ersten Alpenrosen. Sie säumten die Hänge auf beiden Seiten des Wegs wie Teppiche. Blüten gab es leider nur vereinzelt zu bewundern. Wegen dem kühlen Wetter im Frühjahr verschob sich die Blütezeit im vorigen Jahr. Man bekam aber schon eine Vorstellung von der Schönheit dieses Blütenmeeres.

Weiter bergab ging es durch Wiesen und Wälder und überall gab es Schönheiten der Natur zu bewundern, wie den Waldstorchschnabel oder die Waldflockenblume. An unserem Ziel, der Kenzenhütte, angekommen, ließen wir unsere Wanderung in geselliger Runde bei heißen oder kühlen Getränken und bayrischer Küche noch einmal Revue passieren und den Tag gemütlich ausklingen.

Nico Schneider

Bericht von der BN-Bergwanderung auf’s Riedberger Horn 2018

Anfang Juni 2018 bestieg eine 12-köpfige BN-Wandergruppe das Riedberger Horn im Allgäu. Der Berg hatte Schlagzeilen gemacht, weil die Bayr. Staatsregierung die Aufhebung der strengsten Schutzzone C des Alpenplanes zugunsten einer Skischaukel beschlossen hatte. Bei dem Berg handelt es sich um den Lebensraum der Birkhühner, die hier im niedrigen Erlendickicht das ganze Jahr über leben und eine wichtige Aufgabe übernehmen: Durch das Abpicken der jungen Triebe vor allem im Winter bleiben die Erlen gedrungen und bieten damit eine erhöhte Sicherung gegen Hangrutschungen, die aufgrund der geologischen Gegebenheiten an diesem Berg ein erhöhtes Risiko darstellen.

Trotz allem wurde die Änderung des Alpenplans von der Bayr. Staatsregierung durchgezogen. Der Bereich, der von der Skischaukel betroffen wäre, wurde bereits aus der Schutzzone C entfernt, die Fläche an anderer Stelle wieder zugeschlagen. Lifttrasse und Abfahrt durchschneiden damit die Zone C. Ein einmaliger Präzedenzfall im gesamten Alpenraum! Zwar hat Ministerpräsident Söder ein 10-jähriges Moratorium versprochen, doch die bereits durchgeführten Veränderungen lassen für die Zukunft noch jegliche Art der Skischaukelplanung offen. Daher wird der BN trotz allem gegen diesen Beschluss klagen, um die Rechtssicherheit für die Schutzzone zurückzugewinnen. Dessen ungeachtet plant der Skibetrieb Grasgehren eine weitere Liftanlage bis an die Grenze der Schutzzone C sowie einen künstlichen See als Wasserspeicher für die Beschneiungsanlagen.

Geführt wurden wir von der ortskundigen BN-Frau Irmela Fischer. Bedingt durch die sommerlichen Temperaturen in April und Mai des Jahres 2018 standen schon die ersten Alpenrosen in Blüte. Zu besichtigen waren auf den talseitigen Feuchtwiesen seltene Farne, Sumpfdotter- und Trollblumen, Wiesenschaumkraut und weißer Hahnenfuß. In höheren Lagen fanden sich stattliche Knabenkräuter, das halbschmarotzende Läusekraut, Fransenglockenblume, Arnika und verschiedene Enzianarten, u.a. der Tüpfel-Enzian. Zahlreiche Schmetterlinge begleiteten unseren Aufstieg. Auf dem Gipfel bot sich uns eine herrliche Rundumsicht über die Allgäuer Berge. Nach einer ordentlichen Brotzeit stiegen wir über einen Grat wieder ab. Die wertvolle Flora und Fauna und die schwierigen geologischen Verhältnisse bestärkten uns in unserer Einstellung, dass hier ein Skizirkus fehl am Platz sind. Das nahe Balderschwang ist bis jetzt eher ein Positivbeispiel für ganzjährigen sanften Bergtourismus, weitgehend im Einklang mit der Natur. Dies sollte so bleiben!

Thomas Brückner

 

Radltouren

Bericht von der BN-Radltour 2017 ins Ecknachtal und Kissinger Heide

Eine kleine Gruppe von nur acht Leuten nahm bei heißem Sommerwetter an der interessanten Radltour teil. Von Aichach ging’s zuerst das Ecknachtal entlang, mit einem kurzen Stopp in Schloss Blumenthal. Frau Wessel, die Gebietsbetreuerin des Tales empfing uns hier und zeigte uns das Schloss, die solidarische Landwirtschaft und die idyllischen Weiher, wo zahlreiche Amphibien, Insekten und der Biber zu hause sind.

Durch das schöne Wiesental fuhren wir weiter zur Wallfahrtskirche Maria Birnbaum, die mit ihren vielen Kuppeln und Türmen eher russisch-orthdox anmutet. Sie ist ein Werk eines wohl außergewöhnlichen Barockbaumeisters. Verehrt wird die kleine geschnitzte Pieta, die die Zerstörung durch die Schweden überstanden hatte, und - von einem Hirten wiedergefunden – in die Astgabel eines Birnbaumes gestellt wurde. Ihr wurden Wunder nachgesagt. Um den Birnbaum mit Pieta wurde um 1680 die Kirche errichtet.

Im weiteren Verlauf des Tales besichtigten wir mehrere Renaturierungs- und Biotopflächen, wie Staudenwiesen mit einer Vielzahl von Schmetterlingen. Fast einzigartig ist hier der Ameisenbläuling, der seine Eier auf den Wiesenknopf legt. Der abgefallene Wiesenknopf wird von Ameisen in ihren Bau geschafft, wo die Raupen des Schmetterlings dank ausgeklügelter Chemie überleben, bis der im Frühling geschlüpfte Schmetterling den für ihn gefährlichen Ameisenbau verlässt.

Nach Picknick in der Wiese und einer schönen Einkehr im Biergarten oberhalb Adelzhausens fuhren wir am Nachmittag noch hinunter in die Kissinger Heide, wo uns Frau Herta Marke, BN Mammendorf, die Schätze dieses 35 ha großen Naturschutzgebietes zeigte. Die Heide war mit ihrer beeindruckend vielfältigen Magerwiesenpopulation mit Pyramiden-Spitzorchidee, Kreuz-Enzian, Sumpfgladiolie, klebrigem Lein, knolliger Spierstaude und Graslilie ein wahres Highlight und der krönende Abschluss unserer Radltour.

Thomas Brückner

Bericht von der BN-Radltour 2013

Die 30 km lange Radltour von Weilheim nach Bernried, durch’s „Eberfinger Drumlinfeld“, mit Magnetsrieder Hardt und Bernrieder Filz, war mit 14 Teilnehmern gut besucht.

Der stellv. Kreisvorsitzende des BN Weilheim-Schongau, Hr. Dr. Helmut Herrmann, entführte die Radlertruppe in die Vergangenheit, als Wiesen noch Blütenmeere, und Moore noch richtig nass waren. Die Drumline sind lang gestreckte trockene Hügel, die durch das Auseinanderbrechen der Gletscher entstanden sind. In den Senken zwischen Ihnen sind Feuchtstandorte. So wechseln sich hier auf engstem Raume Trocken- und Nassstandorte ab, die eine in Europa einzigartige Artenvielfalt bieten. Die BN-Kreisgruppe hat im Laufe der letzten Jahre dafür gesorgt, dass diese Kleinodien erhalten, wiederhergestellt und vernetzt wurden. So besitzt die Kreisgruppe Weilheim-Schongau einen beneidenswert großen Schatz an Biotopflächen, deren Schutz und Pflege natürlich viel Arbeit bedeuten. Ende Juni, Anfang Juli blühen dort auf den Streuwiesen über 20.000 Sumpfgladiolen! Leider war auf Grund des nasskalten Frühjahres nur eine einzige Blüte zu entdecken. Zahlreiche andere seltene Pflanzen trösteten uns darüber hinweg.

Vor den Toren der reizvollen Wallfahrts-Hardtkapelle machten wir ausgiebig Brotzeit, bevor es per Rad zum Teil über Bretterstege durch Hochmoore zur zweiten Station, der schwarzen Lacke ging. Der kleine See liegt ebenfalls in einem Hochmoor. Durch die stufenweise Aufstauung des Wassers wird auch das Moor wiedervernässt. Das steigende Wasser sorgt dafür, dass die wertvolle moortypische Vegetation wieder zum Vorschein kommt.

Zum Abschluss und Ausklang kehrten wir im Wirtshaus „Drei Rosen“ in Bernried ein.

Thomas Brückner (03/2014)

Radltour in die Ammerschlucht 2012

Die Radltour 2012 der BN-Ortsgruppe FFB+Emmering führte am So 22.Juli in die Ammerschlucht.

17 Teilnehmer fuhren mit der Bahn bis Hohenpeißenberg, um von dort in noch morgendlicher Frische hinunter in die Ammerschlucht zu radeln. Die Ammerschlucht zwischen Saulgrub und Peißenberg ist eine im bayrischen Alpenvorland einmalige Wildflusslandschaft mit canyon-artigen Abschnitten, in der die ungezügelte, lebendige Flussdynamik noch heute das Bild der Landschaft formt. Auf Grund der Radl-Transport-Probleme der Bahn hatten wir eine Stunde Verspätung. Am Kalkofensteg über die Ammer erwartete uns Hr. Klonz vom BN Peißenberg. Obwohl von Beruf Chemiker, erklärte er uns ausführlich die geologischen Grundlagen, wie die Landschaft in Urzeiten durch Plattenverschiebungen und Auffaltungen entstanden ist, und wie die Ammer ihr heutiges Bett gefunden hat, die vor Jahrtausenden noch in den Lech floss. 

Oberhalb des Kalkofensteges stiegen wir den Hang hoch, um bemooste Kalktuff-Terrassen und verkalkte Bachgerinne zu bestaunen. Beim Austritt des kalkhaltigen Wassers aus dem Hang, fällt der Kalk durch Druckverlust aus, und bildet die Terrassen und die den Hang durchziehenden Gerinne. Flussabwärts, auf der Höhe des Stauwehres, machten wir Picknick an einem renaturierten Altwasserarm der Ammer. Weiter flussabwärts besichtigten wir die Kiesbänke und Inseln im sich immer wieder veränderten Flussbett, das einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten einen besonderen Lebensraum bietet, den es außerhalb der Schlucht kaum mehr gibt. Auch der Biber hat hier eine mächtige Burg gebaut, und fühlt sich in der wilden Flusslandschaft und den naturbelassenen Auwäldern sichtlich wohl.

 Bei sonnigem Wetter radelten wir durch unberührte Auwälder und noch nie gedüngte Blumenwiesen weiter auf dem Ammer-Amper-Radweg flussabwärts, bis in den Biergarten am Kloster Polling. Neben Bier und Brotzeiten waren vor allem die großen Kuchenstücken ein echter Genuss. Gestärkt ging es dann in wilder Sause auf dem Prälatenweg zurück nach Weilheim, um den Zug nach Hause nicht zu verpassen.

 Ein großes Dankeschön geht an unseren Führer Hr. Klonz, der uns durch seine Aufgeschlossenheit und sein umfangreiches Wissen über Geologie, Flora und Fauna beeindruckte. Möglicherweise war es nicht die letzte Tour, die wir in dem Gebiet unternommen haben.

Thomas Brückner (08/2012)

Feste

Das Apfel-Honig-Kartoffel-Fest auf der Emmeringer Streuobstwiese

Auch letztes Jahr waren Prinz Albrecht von Preußen, Minister von Hammerstein und Gartenmeister Simon wieder präsent beim unserem Apfel-Honig-Kartoffel-Fest – wobei es sich bei ihnen nicht um prominente Gäste handelte, sondern um altbewährte Apfelsorten.

Längst hat sich das Apfel-Honig-Kartoffel-Fest der BUND Naturschutz Ortsgruppe FFB und Emmering zu einem festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders im Landkreis entwickelt. Bei strahlendem Sonnenwetter radelte im vergangenen Jahr auch eine größere Gruppe des ADFC aus Germering zur Streuobstwiese am Emmeringer Ostanger, wo das Fest ausgerichtet wurde. Hier angekommen, stärkten sich die Radlerinnen und Radler zunächst einmal mit unserer legendären Kartoffelsuppe, einem Honigbrot oder gleich mit Kaffee und Kuchen.

Wie jedes Jahr war viel geboten: Es gab allerhand Wissenswertes über Obst- und Kartoffelsorten sowie Führungen über die Streuobstwiese und durch die Imkerei. Neben der Vielfalt der gezeigten Apfel- und Kartoffelsorten war auch die Variationsbreite der gespendeten Apfelkuchen beeindruckend. Viele Kinder und Jugendliche sammelten körbeweise Äpfel, die sie dann mit viel Spaß und Engagement in einer großen Saftpresse zu Most verarbeiteten. Am Lagerfeuer konnten sie Kartoffeln rösten.

Gerade in diesem corona-gebeuteltem Jahr nutzten viele die Gelegenheit, sich in ungezwungener Weise im Freien zu treffen: Miteinander essen, reden und lachen, Drachen steigen lassen, Federball spielen und auf der Wiese tollen – es war ein heiteres Fest.
Nun hoffen wir auf gutes Wetter für den 17. September, dem Termin für unser diesjähriges Fest. Wer weiß: Vielleicht mischen sich ja auch Augusta, Helga, Annabelle, Nicoletta, Finka oder andere alte Kartoffelsorten unter unsere Gäste? Wir jedenfalls freuen uns schon.

Elisabeth Lang

Amper

Erneut hatte die BUND Naturschutz Ortsgruppe FFB+Emmering zusammen mit dem Bezirksfischereiverein FFB im Dezember 2021 ein Treffen mit Vertretern der Stadtwerke FFB, unter anderem Herrn Hoppenstedt. Man vereinbarte zu allen folgenden Themen gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit und gemeinsame Ortstermine.

Amperdämme:

Zuerst wurde von uns nochmal die Dammpflege in 2021 angesprochen. Während im Sommer wie abgesprochen mit einem Balkenmäher gemäht wurde, kam im Herbst ein Kreiselmäher zum Einsatz. Das Mähgut wurde zu dem Zeitpunkt nicht überall abgefahren. Die Stadtwerke wurden darauf hingewiesen, dass das Kreiselmähen laut BN-Pflegekonzept nicht die Anforderungen einer schonenden Mähweise erfüllt. Ziel des BN ist weiterhin nur eine Balkenmahd pro Jahr. Das Mähen der Dämme wird von den Stadtwerken extern vergeben. Ein Beispieltext für die Ausschreibung mit Präzisierung des Mähverfahrens liegt den Stadtwerken vor. Als Richtlinie für die vielfältige, artenreiche und insektenfreundliche Pflege der Dämme wurde vom BN ein Praxishandbuch des Bayerischen Staatsministeriums Umwelt und Verbraucherschutz „Kommunale Grünflächen“ übergeben. Seitens der Stadtwerke soll zudem geprüft werden, ob in Ufernähe Teilbereiche des Bewuchses mit Weiden bei der jährlichen Mahd ausgespart werden können, um Fischen einen besseren Unterstand zu gewährleisten. Der Fokus der Stadtwerke liegt jedoch klar auf dem Hochwasserschutz. Der Dammunterhalt wird unter Einhaltung der geltenden DIN 19700 organisiert, die Uferbewuchs erschwert.

Polizeibadarm:

Der geschützte Landschaftsbestandteil östlich des Stausees besteht seit über 30 Jahren unverändert, ohne Eingriffe durch die Stadtwerke, da der natürliche Lebensraum von Tieren und Pflanzen nicht gestört werden soll. Die aktuelle Verschlechterung der Situation durch Verlandung des Polizeibadarms ist jedoch allen Parteien bewusst. Es wurde deshalb von den Fischern und dem BN angeregt, ins Wasser gestürzte Bäume teilweise zu entfernen, und den Nebenarm öfters im Jahr zu spülen, um den Wasserdurchfluss zu gewährleisten. Der Bezirksfischereiverband plant vorbehaltlich einer Umsetzung der Maßnahmen seltene Fischarten im Polizeibadarm einzusetzen. Die Stadtwerke, die Fischer und der BN haben sich darauf verständigt, im Frühjahr 2022 einen gemeinsamen Ortstermin wahrzunehmen, zu dem auch die Untere Naturschutzbehörde eingeladen wird.

Nasenbach

Aus Sicht des Fischereivereins ist nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) wegen gefährdeter Fischarten für die gesamte Amper eine Durchgängigkeit sofort sicher zu stellen. Eine aktuelle Bewertung des Fischbestandes im Stadtgebiet weist gegenüber 2019 den Rückgang seltener Fischarten nach. Die FFH-Richtlinie sieht zudem eine Herstellung der Durchgängigkeit für Fließgewässer vor, wenn dies für die Wanderung, geographische Verbreitung und den genetischen Austausch europarechtlich geschützter Fischarten erforderlich ist (Kohärenzgebot). Auch im FFH-Managementplan zum FFH-Gebiet Ampertal ist die Wiederherstellung der biologischen Durchgängigkeit von der Mündung der Amper in die Isar bis zum Ammersee als wesentliche Maßnahme zum Erhalt des Schutzgebietes dargelegt. Es geht zunächst um die Verbindung der durch Sohlschwellen und geringe Wasserführung voneinander getrennten Einzelbecken im Nasenbach unterhalb der Wehranlage. BN und Fischereiverein empfehlen ein Aufbrechen der Querbauwerke im Nasenbach mit Raugerinnen. Hierdurch ließe sich die Verbindung der derzeit getrennten Becken mit einer vertretbaren Mehrmenge an Restwasser erreichen. Den Stadtwerken ist diese Problematik bekannt. Sie verfolgen das Ziel, die Gewässergüte/-durchgängigkeit im Rahmen ihrer Zuständigkeit bis zum Jahr 2030 zu verbessern. Die geplanten Maßnahmen umfassen auch die Schaffung von Fischtreppen 2025 in Schöngeising und 2027 in Fürstenfeldbruck.

 

 

Thomas Brückner, 1. Vorsitzender BUND Naturschutz Ortsgruppe FFB+Emmering

Zu „Amperwasser fließt ungehindert weiter“ und Kommentar „Emmering hat eine Chance vertan“, vom 7./ 8. November 2015:

Zu „Amperwasser fließt ungehindert weiter“ und Kommentar „Emmering hat eine Chance vertan“, vom 7./ 8. November 2015:

„In dem Artikel über das geplante Wasserkraftwerk an der Amper in Emmering und dem dazugehörigen Kommentar wird der Gemeinderat dafür gescholten, dass er dieses Projekt abgelehnt hat. Unserer Auffassung nach hätte er dafür eher gelobt werden müssen. Denn der Eingriff in ein Fließgewässer in so einer Dimension ist nicht gerechtfertigt durch die zu erwartende Energieausbeute, die unserer Ansicht nach in diesem Fall viel zu optimistisch dargestellt wird.

Es ist kein Geheimnis und in der regionalen Tagespresse nachzulesen, dass andernorts aufgrund der aktuell herrschenden Niedrigwasserstände solche Wasserschnecken nur halbjährlich betrieben werden können. Schon stimmt die ganze Kalkulation nicht mehr, der ökologische Schaden jedoch, der durch so ein Bauwerk im Fließgewässer entsteht, ist ein ganzjähriger. Fische und andere Kleinstlebewesen werden getötet oder teils schwer verletzt, die Fließgeschwindigkeit verlangsamt sich, das Wasser erwärmt sich und in den Stauhaltungen sammelt sich massenhaft Schlamm. Die Lebensgrundlage für unsere heimischen, kieslaichenden Fischarten geht verloren.

Nicht umsonst wurden die Flora-Fauna-Habitat-Gebiete definiert, und in ihnen ist eine Verschlechterung des ökologischen Zustandes verboten. Daran hat sich der Gemeinderat orientiert, und das war richtig. Die Gewässerverbauungen, die in der Vergangenheit auch im Landkreis Fürstenfeldbruck vorgenommen worden, werden heute allgemein als Sünden der Vergangenheit erkannt. Diese Sünden müssen mit Steuergeldern behoben werden. Kraftwerksbetreiber verdienen Geld, die Schäden an der Umwelt sollen später dann die Bürger mit ihren Steuern wiedergutmachen. Insofern zeugt es durchaus vom Weitblick des Gemeinderats, wenn er diese Sünden nicht leichtfertig noch einmal wiederholen wollte. Es ist nämlich nicht so, dass die Wasserkraft nur ungeheure Vorteile hätte, wie Manfred Amann es in seinem Kommentar darstellt. Ausgeblendet werden dabei die massiven Schäden, die in der Natur unter und auch über Wasser entstehen.“

Gemeinsame Presseerklärung des:

Fischereiverband Oberbayern e.V., Vizepräsident Thomas Schiffler, Wulfingstraße 9, 82275 Emmering

Bund Naturschutz in Bayern e.V., Ortsvorsitzender: Friedrich Meyer-Stach, Zeppelinstraße 10, 82256 Fürstenfeldbruck

Bezirksfischereiverein Fürstenfeldbruck e.V., 1. Vorstand: Thomas Schiffler, Wulfingstraße 9, 82275 Emmering

Pucher Meer

Die BUND Naturschutz Ortsgruppe FFB+Emmering macht sich zusammen mit dem Fischereiverein FFB sorgen um den Badesee Pucher Meer. Durch Quetschschlamm-Einleitungen des benachbarten Kieswerks ist die Seefläche laut Aussage der Fischer in den letzten 20 Jahren um 25% kleiner geworden, die Wassertiefe von 17 m auf aktuell (2019) noch 13 m (unbeglaubigte Messung) gesunken. Der Grund ist mit Schlamm bedeckt, der den Grundwasserdurchfluss und damit den Wasseraustausch erheblich behindert. Dadurch erwärmt sich das Wasser zu stark, der Sauerstoffanteil geht zurück. Das Wasser wird durch Einleitung von Schlamm getrübt. Für verschiedene Frischwasser liebende Fischarten (Salmoniden) ist der See damit kein Lebensraum mehr. Und in 2012 wurden erstmalig gefährliche Blaualgen amtlich bestätigt. Seitdem nimmt das Blaualgenaufkommen zu. Dies wird den See als Badegewässer ungeeignet machen.

Der Schlamm wird oberirdisch vom östlich gelegenen Kieswerk eingeleitet, das einst der Fa. Schwarz und jetzt KRO gehört. Es gibt Absetzbecken direkt hinter der Quetsche, die aber nicht ordentlich funktionieren. KRO hat ein Wasch- und Einleitungsrecht des Landratsamtes. Der Einleitung wurde letztmalig 2004 durch das Landratsamt FFB und angeblich auch durch den BN zugestimmt. Die Genehmigung gilt bis Mai 2023. Es ist eine Blanko-Genehmigung, die weder eine Flur-Nummer hat noch die Einleitungsmenge begrenzt!

KRO hat die zweite Hälfte des geplanten Pucher Meeres ausgebaggert, und beutet derzeit nördlich der Wasserfläche weitere Kiesvorkommen aus. Insofern ist die Baufertigstellung von KRO und der geplante Durchstich zur Verbindung der beiden Seehälften noch in weiter Ferne (nach 2025). Nordöstlich beider Seehälften (Richtung Schiessanlage) gibt es einen weiteren Streifen als Vorranggebiet für Kiesabbau. D.h. das Quetschwerk könnte leicht noch 10 J. in Betrieb bleiben und weiter Schlamm einleiten. Die Liegenschaftsverwaltung der Stadt FFB wurde die Problematik vor kurzem durch den Fischereiverein schon mitgeteilt, und will zu einem weiteren Termin auch den BN einladen. Parallel dazu habe ich als Stadtrat von FFB einen Antrag zum Stopp weiterer Einleitungen und Prüfung der Entschlammung des Sees gestellt.

Unser vordringlichstes Ziel ist es jetzt, die weitere Einleitung ab Mai 2023 zu verhindern. Ein Ausbaggern des Pucher Meeres kann man aber vermutlich von KRO nicht verlangen. Das müsste wohl die Stadt, das Landratsamt oder der Erholungsflächenverein finanzieren, um ihren Badesee zu retten.

 

Thomas Brückner

Rothschwaiger Wald und Kiesabbau

Bäume, Blühwiesen, Ausgleichsflächen

Bebauungen