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Nachruf zum Tod von Horst Nestle

Wir trauern um unser Urgestein Horst Nestle. Er ist am 4. Oktober 2026 im hohen Alter von 96 Jahren verstorben und damit seiner Ehefrau nur wenige Wochen später nachgefolgt.

Die Ortsgruppe Germering wird Horst Nestle aufgrund seiner hohen Verdienste um den Natur- und Umweltschutz in Germering in dankbarer Erinnerung behalten.

Horst Nestle hatte schon vor der offiziellen Gründung unserer Ortsgruppe (OG) erkannt, dass es angesichts des rasanten Strukturwandels in einer Kommune wie Germering im Münchener Speckgürtel dringend erforderlich ist, sich für die immer stärker bedrängte Natur einzusetzen. Als gläubiger Mensch bezog er seine Motivation aus dem Selbstverständnis, dass Natur wie Mensch Teil der Schöpfung ist, die es unbedingt zu bewahren gilt. Daher sah er durch eine zerstörte Natur nicht nur die Lebensgrundlagen von Flora und Fauna, sondern auch von uns Menschen gefährdet.

Zusammen mit einigen anderen Germeringer Bürger*innen hat er sich Ende der 1970er Jahre dafür eingesetzt, dass der lockere Zusammenschluss von etlichen Gleichgesinnten mit Unterstützung des damaligen Kreisgruppenvorsitzenden Dr. Salzmann als OG Germering vom Landesverband anerkannt wurde. Somit war es nur folgerichtig, dass Horst Nestle 1982 im ersten OG-Vorstand als einer der beiden Stellvertreter des 1. Vorsitzenden Adolph Biersack gewählt wurde.

Über viele Jahrzehnte war er unermüdlicher Ideengeber. Mit seinem umfangreichen Wissen über Flora und Fauna spürte er Vorkommen von wertvoller Natur in Germering und Umgebung auf. Seine Artenerfassung trug dann dazu bei, dass derartige Flächen als amtliche Biotope ausgewiesen wurden. Unter seiner Anleitung pflegten die OG-Aktiven diese Kleinode. Beispielhaft seien die Lilienwiese an der Autobahn und der Harthauser Weiher genannt. Besonders am Herzen lag ihm der Schutz alter Bäume in Germering. 

Die Umweltbildung war ihm ein wichtiges Anliegen. So führte er Exkursionen und wirkte bei den Kinderferienprogrammen der Stadt Germering mit. Öffentlichkeitsarbeit war ohne seine selbst gestalteten anschaulichen Plakate und Infotafeln sowie Flyer undenkbar.

Für sein Engagement hat er 1998 das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für ehrenamtliche Verdienste erhalten.