ENERGIEWENDE UND KLIMASCHUTZ

Der Landkreis will die Energiewende bis 2030

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Der Temperaturanstieg auf der Erde und die damit verbundenen drastischen Folgen sind bereits im Gange und nicht mehr aufzuhalten. Um den Temperaturanstieg und die daraus resultierenden Folgen jedoch so gering wie möglich zu halten, müssen primär die Industrienationen ihren Energieverbrauch verringern und gleichzeitig die Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien ausbauen. Die Industrienationen haben sich dazu verpflichtet, ihre Treibhausgase (Methan und Kohlendioxyd) bis 2050 zu halbieren.

Unser Landkreis will sogar die Energiewende bis 2030!

Um dieses hochgesteckte Ziel zu verwirklichen, soll der Energieverbrauch um fünfzig Prozent reduziert und die Energie-Effizienz im Gegenzug erhöht werden. Ebenso sollen alle erneuerbaren Energien genutzt werden. Hierzu gehören: Sonnenenergie für Strom und Wärme, Geothermie, Wind- und Wasserkraft sowie Biogas aus nachwachsenden Rohstoffe.

Zur Umsetzung dieses Ziels ist im Landkreis Fürstenfeldbruck der Verein „Ziel 21“ als Energie-Netzwerk für die Zukunft entstanden. Zu deren Hauptaufgaben gehört die Energieberatung und Öffentlichkeitsarbeit durch Informationsveranstaltungen und Aktionstage sowie die Durchführung von Schulprojekten. Die Geschäftsstelle befindet sich im Landratsamt.

Nähere Informationen erhalten Sie auch auf der Website: http://www.ziel21.de

Petra Kotschi (11/2012)

Fürstenfeldbrucker Energiewende - Zwischenbilanz 2010

Energiemix der Zukunft
Energiemix der Zukunft
Bürgerbeteiligungsanlage in Schwifting
Bürgerbeteiligungsanlage

Photovoltaik und Windenergie werden die tragenden Säulen einer modernen Stromversorgung. Biogas kann in vorhandene Gasnetze eingespeist und nach Bedarf zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden.

Photovoltaik

Aktive des Bund Naturschutz und von ZIEL 21 konnten in den Jahren 2001 bis 2003 in fast jeder Landkreisgemeinde eine Bürgersolaranlage realisieren. Leider stellte sich sehr schnell heraus, dass die Zahl geeigneter und verfügbarer Dachflächen sehr begrenzt ist. So begannen schon 2002 die Planungen für eine erste Frei­flächenanlage, die 2003 gebaut wurde. Viele weitere Projekte wurden inzwischen realisiert. So stammen im Versorgungsgebiet der Stadtwerke heute schon 15 % des verkauften Stroms aus Photovoltaikanlagen – ein großer Teil aus Freilandanlagen. Es ist sogar möglich, diese Fläche doppelt zu nutzen. Neben der Stromernte kann das Gras für die Tierfütterung verwendet werden.

Dieser Boom war nur möglich, durch das am 1.4.2000 in Kraft getretene Gesetz zur Einspeisung erneuerbarer Energien (EEG). Leider plant die amtierende Bundesregierung eine drastische Absenkung der Vergütung für Solarstrom. Der Bau neuer Freiflächenanlagen wäre damit nicht mehr wirtschaftlich. Ein Abbau von Arbeitsplätzen in der Branche und die Verlagerung in andere Länder wäre die Folge.

Nach Berechnungen von ZIEL 21 geben die Landkreisbürger jedes Jahr mehr als 600 Mio. € für die Energieversorgung - größtenteils für Importe - aus, das entspricht 3.000 Euro pro Einwohner und Jahr! Mit dem Umstieg auf heimische Quellen bleibt diese Kaufkraft und das Steueraufkommen im Land. Es ist also auch aus finanziellen Überlegungen eine verantwortungslose Politik,  die heimische Energieerzeugung zu beschneiden und gleichzeitig Kohle- und Atomkraft zu begünstigen.

Windenergie

Leider ist der Landkreis hinsichtlich der Windenergie noch ein weißer Fleck. Dabei können moderne für Binnenstandorte an­gepasste Anlagen in Südbayern wirtschaftlich betrieben werden. Projekte in den Landkreisen Landsberg und Ostallgäu beweisen das. Im Vergleich zu küstennahen Standorten sind allerdings höhere Türme erforderlich. An sorgfältig ausgewählten Standorten können Windanlagen mit einer Turmhöhe von 120 bis 130 Me­ter m.E. verträglich in die Landschaft eingebunden werden. Es ist unbestritten, dass Windanlagen einen Eingriff in das Landschaftsbild darstellen. Mit der bisherigen Form der Energieerzeugung wurden diese Eingriffe lediglich "exportiert": Braun­kohletagebau oder Uranabbau sehen wir nicht. Ölverseuchungen und Asse sind weit weg. Dabei geht es nicht darum, die ganze Landschaft mit Windrädern voll zu stellen. Auf Basis des heutigen Stromverbrauchs könnten z.B. im Bereich der Stadtwerke mit 12 Windrädern 30 % des Stroms erzeugt werden.

Klimaschutz

Stand vor 10 Jahren die Sorge um die Endlichkeit der fossilen Energieträger im Mittelpunkt, nimmt heute die Sorge um die Klimaerwärmung einen immer breiteren Raum ein. Gelingt es uns nicht, den globalen Temperaturanstieg auf maximal 2°C zu begrenzen, können wir auch den Schutz des Ampermooses aufgeben – es wird schlicht im Sommer austrocknen! Es ist also nicht die Frage, ob wir unseren Energiebedarf auf regenerative Quellen um­stellen, sondern nur die Frage wann!

Regionen, die hier rechtzeitig und konsequent einsteigen, sind im Vorteil:

Hier werden Abhängigkeiten abgebaut, Arbeitsplätze geschaffen und – in Zeiten knapper Kassen nicht zu verachten – Steuereinnahmen erzielt.

Der Landkreis Fürstenfeldbruck ist dank vieler engagierter Bürgerinnen und Bürger auf einem guten Weg.

 

Hans Aigner, 2. Vorstand ZIEL 21und BN-Mitglied (04/2010)

gekürzte Fassung - Vollfassung in unserer Mitgliederzeitung BN-Aktuell 2010
unter der Rubrik Öffentlichkeitsarbeit-Mitgliederzeitung

Energiewechsel - Sind Sie schon dabei?

Atomkraft? Nein Danke!

Wir wollen den Atom-Ausstieg – Jeder Einzelne kann etwas tun

Wir vom Bund Naturschutz setzen uns dafür ein, den Ausstieg aus der Atomenergie sofort und endgültig zu beschließen und sofort umzusetzen.

Wir unterstützen den Plan des Landkreises Fürstenfeldbruck bis zum Jahr 2030 die Stromversorgung ausschließlich aus regenerativen Quellen sicher zu stellen und dieses Ziel unter den gegebenen Umständen schneller zu erreichen.

In 2 -4 Jahren ist dies realisierbar. Sie können dabei mithelfen, indem Sie Ihren eigenen Atomausstieg machen und damit ein wichtiges Zeichen setzen:

 

1. Wechseln Sie zu einem Stromanbieter der ausschließlich regenerative Energie erzeugt!

Wir empfehlen zum Beispiel folgende Stromanbieter, die alle zertifizierten Ökostrom zu konkurrenzfähigen Preisen liefern, in neue Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung investieren und glaubhaft nicht mit der Atomenergiewirtschaft verflochten sind.

  • Naturstrom AG
  • Lichtblick AG
  • Greenpeace Energy e.G
  • EWS Schönau GmbH

Ein Wechsel ist ganz einfach. Sie finden alle Informationen dazu im Internet auf den Seiten der genannten Stromanbieter.

 

2. Mit Strom sparen machen wir Atomkraftwerke überflüssig.

Wir verleihen gerne Strommessgeräte in unseren Ortsgruppen, mit denen Sie die Stromfresser in Ihrem Haushalt aufspüren können. Wenden Sie sich bei Bedarf an in den Dienstzeiten an unsere Geschäftsstelle in Fürstenfeldbruck. Und bedenken Sie: Bei allen Neuanschaffungen von elektrischen Geräten ist die Frage des Stromverbrauchs und der Effizienz wichtiger als ein günstiger Kaufpreis. Informationen finden Sie dazu in der Regel beim Verbraucherschutz und den Öko-Tests.

Claus Ehrenberg (05/2011)

Torffrei gärtnern schützt Natur und Klima!

Beim Kauf von Blumenerde denkt kaum jemand an die Folgen für die Natur. Die wenigsten wissen, dass die meisten Produkte überwiegend aus Torf bestehen. Dies ist der Stoff, aus dem die Moore aufgebaut sind. Ein Moor braucht zirka 100 Jahren, um einen Millimeter Torfauflage auszubilden. Hochspezialisierte und sehr selten gewordene Pflanzen und Tiere sind auf die Moore als Lebensraum angewiesen. Zudem speichert Torf hohe Mengen an Kohlendioxid und trägt somit zum Klimaschutz bei. Rund zehn Millionen Kubikmeter Torf werden in Deutschland jährlich verbraucht, etwa zwei Millionen davon finden im Hobbybereich Verwendung.

Mittlerweile gibt es extra torffreie Produkte von Firmen, die den Umwelt- und Moorschutz ernst nehmen. Torffreie Gartenerde wird durch die natürliche Humusbildung von Kompost gewonnen. Zur zusätzlichen Bodenverbesserung werden als Nebenprodukte bspw. Tonminerale oder Lavagranulate beigesetzt. Diese Nebenprodukte optimieren (ähnlich wie Torf auch) die Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit des Bodens, versauern jedoch kaum die Böden.

Bitte achten auch Sie beim Einkauf auf torffreie Produkte!

Mehr Informationen finden Sie bei unserem Bundesverband  BUND
Hier können Sie sich auch das Faltblatt „Torffrei gärtnern“ kostenlos bestellen.

Den vom BUND zusammengestellten  Einkaufsführer "Torffreie Erde" Stand: 03/2012  können Sie sich auch bei uns herunterladen oder Lesen Sie mehr unter der  Rubrik: Ortsgruppen-Germering

 

Petra Kotschi (02/2012)

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